Pestostrudel-Brot

Hefeteig anrühren, kneten, aufgehen lassen, wieder kneten, formen, bissle gehen lassen und in den warmen Ofen schieben, damit das Gebäck wunderbar hochgehen, bräunen und einen herrlichen Duft in der ganzen Küche verströmen kann.
Die ganze Prozedur nimmt schon mal gerne einen halben Tag in Anspruch und vielen Leuten ist das wohl zu viel geopferte Zeit und den Aufwand nicht wert - für mich ist es aber einfach nur wunderschön ;)

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Neulich habe ich Yoga getestet: andere können dabei entspannen und viel neue Kraft tanken, für mich war es zu wenig Aktion und am Ende eher nervenaufreibend, da die ganze Geschichte mit dem "auf Knopfdruck entspannen" und sich alle möglichen Körperteile zu eratmen, wohl nicht meinem Naturell entspricht...

Stellt man mich dahingegen einige Stunden in die Küche, wahlweise alleine oder mit dem Lieblingsfreund oder Freunden, so kann ich wuseln und etwas erschaffen und bin richtig glücklich, zufrieden und entspannt. Wenn man dann noch sieht, dass den Lieben die hergestellten Sachen munden und der Wohlfühlfaktor gehoben wird, so ist dies das Beste was passieren kann :)

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Das absolute "Sandra kocht sich glücklich"-Gericht ist dabei einfach irgendwas mit Hefeteig - süß oder deftig ist Nebensache. Das Teig kneten hat irgendwie etwas meditatives und wenn er dann einfach so mit ein bisschen Zeit und Geduld riesig, gigantisch, monströs in die Höhe schießt freu ich mich jedes mal wie ein kleines Honigkuchenpferd.
Und außerdem ist frische Hefegebäck geschmacklich immer hervorragend und unvergleichbar :))

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Bei einer meiner "Ich hab Lust auf backen und Brot müsst auch mal langsam wieder her"-Aktion kam ein fluffiges, aromatisches, wunderbares Pestobrot heraus. Dabei habe ich das Pesto (selbstgemachtes aus Radieschenblättern) in einen Teil des Teiges miteingearbeitet statt es nur aufzustreichen und mein Brot sah dann nicht nur toll aus, sonder konnte auch geschmacklich auf ganzer Linie überzeugen und wird nun in mein selbstgebackenes (Grill)brot Repertoire aufgenommen ;)

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Pestostrudel-Brot

für 4 kleine Brote oder 2 größere

800g Mehl (Type 405)
2 Päckchen Trockenhefe
350-500 ml lauwarmes Wasser
2 TL Honig
2 TL Salz
6 EL Pesto nach Wahl (bei mir: selbstgemachtes Pesto aus Radieschenblättern, Nüssen, getrockneten Tomaten, Parmesan und Gewürzen)
etwas Olivenöl
Kräuter der Provence

  1. Die Hefe, Salz und Mehl in eine große Schüssel geben und alles gut miteinander vermischen.

  2. Honig hinzufügen und nach und nach Wasser hineingeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

  3. Der Teig darf nicht mehr kleben, also nur soviel Wasser hinzufügen, dass man mit dem Teig die Schüssel "putzen" kann und er auch nicht zu trocken/hart ist.

  4. Den fertig gekneteten Hefeteig zugedeckt an einem warmen Ort bis zur doppelten Größe aufgehen lassen.

  5. Den Backofen auf 230 Grad Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

  6. Den Teig in zwei Teile teilen. Jede Hälfte in je ein 1/3 und ein 2/3 Teil teilen (ich habe es immer gewogen), sodass man nun zwei kleinere und zwei größere Teigstücke hat.

  7. In die 1/3 Teile wird nun je 3 EL Pesto geknetet (man kann auch zwei Pestosorten nehmen und somit zwei verschiedene Brotsorten backen), dabei evtl etwas Mehl mit unterkneten, damit die kleinen Teigstücke auch geschmeidig und nicht klebrig sind.

  8. Ein Teig ohne Pesto wird nun zu einem Rechteck ausgerollt und anschließend einen Teig mit Pesto annähernd gleich groß ausrollen und auf das Rechteck ohne Pesto legen.

  9. Leicht andrücken, evtl noch einmal mit dem Nudelholz darüberrollen und zu einer Stange aufrollen.

  10. Den Vorgang mit den anderen beiden Teigstücken wiederholen.

  11. Nun hat man 2 lange Stangenbrote. Entweder diese mit der Nahtseite nach unten quer aufs Backblech legen oder halbieren und mit der Nahtseite nach unten längs aufs Blech platzieren.

  12. Die Brote ein paarmal leicht, schräg einschneiden.

  13. Etwas Olivenöl mit Kräutern der Provence vermischen und die Brote damit gut einstreichen.

  14. Brote in den vorgeheizten Backofen schieben und für ca. 25 Minuten backen - sind sie fertig, so klingen sie beim Klopfen auf die Unterseite hohl.

  15. Etwas abkühlen lassen, aufschneiden und lauwarm oder kalt genießen.

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